Das Coronavirus – was Sie JETZT wissen müssen

Die SARS-Angst ist zurück - wird das Coronavirus noch schlimmer?

Seit einigen Tagen steht die Welt Kopf – zumindest aus Sicht der Virologie, denn ein Gespenst geht um in Asien und Europa, das Gespenst des Coronavirus. Dieser Krankheitserreger ist deshalb so auffällig, weil er sich rasend schnell verbreitet und gefährliche Lungenkrankheiten auslöst. Täglich erfahren wir durch die Presse von weiteren Coronavirus Erkrankungen und steigenden Todeszahlen. Die WHO hat mittlerweile den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und beobachtet die Entwicklung der ansteigenden Coronavirus Fallzahlen sehr genau. Doch nicht nur die großen Institutionen sollten wachsam sein, auch jeder einzelne Mensch ist gefordert, sich zu informieren und bei Bedarf sich zu schützen. 

 

Wenn Sie „Coronavirus“ googeln, werden Sie schnell auf eine Fülle an Informationen stoßen. Zwischen Panikmache auf der einen Seite und Relativierung auf der anderen ist es umso wichtiger, sich der aktuellen Gesundheitslage so sachlich wie möglich zuzuwenden. Panik hilft nicht. Kleinrederei genauso wenig. Deshalb ist die erste und wichtigste Prävention gegen das Coronavirus, die man tun kann, sich nach nüchternen Fakten umzusehen.

Aktuelles zur Ausbreitung des Coronavirus

Die Zahl an Coronavirus Infektionen nimmt weilweit zu, China verhängt eine Quarantäne. Das neu ausgemachte Coronavirus (2019-nCoV) breitet sich sehr schnell in der Bevölkerung aus und hat zuweilen fatale Folgen für ältere Betroffene oder welche mit Vorerkrankungen. Damit ähnelt die Lage im Groben einer Grippe.  

In China ist v. a. die Metropole Wuhan vom Coronavirus betroffen. Dort leben 11 Millionen Einwohner. Von China aus hat das Coronavirus auch Deutschland erreicht. Auch wenn hier zu Lande noch keine gravierenden Krankheitsverläufe bekannt sind, zeigt sich in China, dass das Coronavirus zu Pneumonien (Lungenenzündungen) führt.

Das Virus gehört zu den beta-Coronaviren.

Das Coronavirus überträgt sich von Mensch zu Mensch, so dass ganze Infektionsketten entstehen können. Als Ursprungsort der Ansteckung werden Tiermärkte vermutet.

Die Symptome des Coronavirus

Die offensichtlichsten Symptome bei einer Coronavirusinfektion sind sogleich unspezifisch:

  • Fieber,
  • Husten,
  • Atemnot.

Menschen mit solchen Symptomen sollten vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen, auch wenn sie glauben, dass sie womöglich nur eine Erkältung hätten. Ein Besuch beim Arzt ist v. a. dann anzuraten, wenn Kontakte nach China bestehen oder in jüngster Vergangenheit bestanden haben. 

Herkömmliche Coronaviren führen meistens zu Symptomen, die einer Erkältung entsprechen. Aber ganz bestimmte Viren dieser Art führen zu schweren Infektionen, die sich auf die unteren Atemwege ausdehnen. Es kommt zu Lungenentzündungen. Wie bei vermutlich allen Pathogenen ist es auch beim Coronavirus so, dass die Symptome je nach Fall mal schwerer oder leichter ausfallen können. Das hängt also sowohl vom Virus ab als auch vom betroffenen Menschen.

Achtung: Schweres Akutes Atemwegssyndrom (SARS) durch Coronavirus

Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom ist eine Infektionskrankheit, die im November 2002 in China beobachtet wurde. Laut dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin entspricht das Krankheitsbild einer atypischen Lungenentzündung. 


Der Erreger von SARS war ein bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekanntes Coronavirus, das gegenwärtig als SARS-assoziiertes Coronavirus (SARS-CoV) bezeichnet wird. Der einzige größere Ausbruch der Krankheit war bisher die SARS-Pandemie 2002/2003 mit ca. 1000 Todesfällen.

Die Symptome des Coronavirus

Das aktuelle Coronavirus ist verwandt mit dem SARS-Virus. Über dieses liegen viele Informationen vor. Über das derzeitig Coronavirus dagegen weniger. Es scheint so, als „jage“ das Virus gerade die gesamte Medizinwelt, denn Therapeuten genauso wie Entscheidungsträger können nur reagieren – ihnen fehlen Informationen, um agieren zu können. So ist z. B. nicht bekannt, wie leicht das Coronavirus übertragen wird und wie schwer der Krankheitsverlauf ist. 

Es wird vermutet, dass das Virus aus der Tierwelt stammt, aber auch hier ist unklar, in welchen Tieren es vorkommt. Man kennt auch nicht die exakte Quelle in Wuhan.


Dabei sind die Coronaviren schon länger bekannt. Sie wurden in den 1960er Jahren entdeckt. Ebenso konnte man entdecken, dass die Viren Mensch und Tier gleichsam befallen können, bei den Tieren sowohl Vögel als auch Säugetiere. 

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 14 Tagen manifestieren sich unterschiedliche Krankheiten, die auch verschieden stark ausgeprägt sind. Das Spektrum reicht von herkömmlichen Erkältungen über stärkere Grippe-Symptome bis hin zum Middle East Respiratory Syndrome (MERS). Auch das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) konnte in diesem Zusammenhang nachgewiesen werden.


Ursprünglich dachten die chinesischen Behörden, dass alle Betroffenen sich auf den Tiermärkten mit dem Coronavirus infiziert hätten. Die extrem schnelle Ausbreitung des Virus (lokal, regional, interkontinental) zeigt nun aber, dass das Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar ist und scheinbar mühelos die Schranken des Immunsystems unterwandern kann. Aus China sind auch Fälle von fortgesetzten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen über vier Generationen hinweg bei medizinischem Personal bekannt.

Um sich anzustecken, müssen die Symptome nicht manifestiert sein.

Todesfälle durch das Coronavirus 

Mit den nachgewiesenen Zahlen in Bezug auf Erkrankung und Tod ergibt sich eine Letalität von 2,9 Prozent. Die tatsächliche Rate kann aber niedriger oder auch höher sein. Die Zahlen lassen sich schwer ermitteln, weil es Krankheitsfälle mit keinen oder nur sehr wenigen Symptomen gibt. Hinzu kommt, dass die Zahl nach oben korrigiert werden kann bei Krankheitsfällen mit kritischem Zustand, weil diese Patienten noch versterben können. 461 von den bisher 2744 ausgemachten Fällen sind in ihrem Verlauf schwer – das sind 16,8 Prozent. 

Labornachweis des Coronavirus 

Das Virus ist direkt nachweisbar mittels eines Nasen-Rachen-Abstrichs. In Deutschland ist für die Diagnostik das Konsiliarlabor für Coronaviren in Berlin an der Charité verantwortlich. Ein Nachweis bzw. die Labordiagnostik erfolgt nur bei Personen mit Verdacht auf eine Pneumonie sowie bei einem Aufenthalt im Risikogebiet bei max. 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung. Weiterhin wird die Diagnostik bei symptomatischen Patienten genutzt, die Kontakte zu bestätigten Krankheitsfällen hatten oder haben. 

Das können Sie gegen das Coronavirus tun! – Das müssen Sie tun!

Sie können und sollten sich regelmäßig informieren: Checken Sie die Nachrichten und etwaige medizinische Informationsdienste auf internationale und nationale Neuigkeiten. Befolgen Sie alle Hinweise, die von offiziellen Stellen gegeben werden.


In der aktuellen Phase gilt es, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Hierfür sollten Betroffene isoliert werden. Wer nicht betroffen ist und sich präventiv schützen will, sollte …


… eine intensive und regelmäßige Handhygiene betreiben,

… Abstand zu Erkrankten einhalten,

… Desinfektionsmittel an Türklingen etc. nutzen,

… die Husten- und Nies-Etikette einhalten (in den abgewinkelten Ellenbogen niesen).


Ein Mund- und Nasenschutz ist erst einmal nicht nötig. Wer diesen möchte, kann sich in der Apotheke entsprechend ausstatten. Wichtig ist, größere Menschenmengen zu meiden und auch Körperkontakte zu reduzieren. 


Personen, die in einem Risikogebiet des Coronavirus waren oder sind (zurzeit die Wuhan-Region in China) und Personen, die Kontakt haben zu erkrankten Menschen und entsprechende Symptome zeigen, sollten einen Arzt aufsuchen, diesen aber im Vorfeld über die Symptome und den Verdacht informieren. 


Betroffene Personen sollten Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit tragen und keine Körperkontakte eingehen, um Ansteckungen anderer Menschen zu vermeiden. 

Die Hauptübertragung geschieht über Tröpfen!

Therapie des Coronavirus

Aktuell gibt es keine ursächliche Therapie des Coronavirus. Das heißt, die wichtigsten therapeutischen Ziele sind die Linderung der Symptome, die Verkürzung des Krankheitsverlaufs und eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeit der Übertragbarkeit. Im Fokus der gegenwärtigen Maßnahmen stehen:

1. Behandlung wichtiger Grunderkrankungen,

2. unterstützende Therapien, die abhängig sind von der Schwere der Symptome.


Zum zweiten Punkt gehören so etwa Schmerzmittel, Sauerstoffgabe, Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes, Gabe von Antibiotika, Monitoring, aber auch invasive Beatmung in akuten Fällen.          

Noch ist unklar, ob und inwieweit vorhandene Virostatika effektiv eingesetzt werden können. Beispielhaft sind Medikamente, die gegen MERS-CoV oder HIV eingesetzt werden.


Hierzu gehören im Überblick:

  • Proteasehemmer (Indinavir, Saquinavir, Remedesivir u. a.) 
  • Interferon-beta.

Weiterhin arbeiten Labore an Impfstoffen, was aber noch keinen relevanten Nutzen gebracht hat. 

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Dr. med. Ulrich selz 


Arzt und Autor

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